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GAO Zhisheng empfing in seiner Anwaltsbüro in Peking die Petitionsstellenden.

Buchempfehlung:

Inhalt:
Der unbestechliche Blick eines Anwalts hinter die Kulissen des größten kommunistischen Staates.
Textauszüge aus Chinas Hoffnung von Gao Zhisheng
Über GAOs Kindheit
GAO über seine Mutter
GAOs Weg zum Rechtsanwalt
Erfolge als Rechtsanwalt
Über das Rechtssystem in China
Offene Briefe Über die Kommunistische Partei Chinas
GAO über Falun Gong
GAO über Christen in China
Aussage von Folteropfern GAOs Austrittserklärung aus der KPCh
Tagebuch im Hausarrest
Über die Olympische Spiele

Über Gaos Kindheit:

„Als ich fünfzehn wurde bekamen mein Bruder und ich einen Teilzeitjob und wir arbeiteten als Bergleute im Huangling-Bergwerk in Shaanxi. Heute – wann immer ich von einem Grubenunglück erfahre – muss ich an die Bedingungen denken, unter denen wir damals gearbeitet haben. Die Gesellschaft ist heute aufmerksam wenn ein Grubenunglück passiert und drängt die Arbeitgeber, etwas zu unternehmen. Damals aber kümmerte sich gewöhnlich niemand darum. Der Tod eines menschlichen Wesens wurde zu der Zeit als ungefähr so unwichtig angesehen wie der Tod einer Ameise.“
- Seite 16
„Vor einigen Jahren gab Mutter diese Höhlenwohnung, in der ich geboren wurde, anderen Leuten. In dieser Höhle waren wir Kinder alle geboren und aufgezogen worden. Das Bett aus Ziegelsteinen in der Höhle ist recht groß, wenn nur vier Leute darauf schlafen, aber es wird ein bisschen eng bei fünf Leuten. Als mein Vater noch lebte, schliefen wir alle neun darauf. Einer meiner Brüder, mein Vater und ich schliefen unter derselben Decke – bis mein Vater starb.“
– Seite 39
Der Winter auf dem Lößplateau bringt immer eisig kalten und starken Wind mit sich. Während andere Kinder zu Hause bleiben konnten, mussten wir täglich in den Bergen nach Brennholz suchen, da wir kein Geld hatten, um Kohlen zu kaufen. Die Armut und die feindliche Natur der Umgebung stärkten unseren Willen, und dazu kam noch der unnachgiebige Geist meiner Mutter. Das befähigte uns, all die Jahre zu überleben. Ich trat in eine neue Phase meines Lebens ein, als meine Mutter 1977 beschloss, mich zur Mittelschule zu schicken.
– Seite 48


Über seine Mutter:

„Mutter half uns durch ihr eigenes Vorbild zu verstehen, dass jede Handlung ihre Konsequenzen hat und dass geerntet wird, was zuvor gesät wurde. Sie pflegte uns streng zu bestrafen, wenn wir die Kübisse anderer Leute aßen oder Früchte, ohne die Erlaubnis dazu zu haben – auch dann nicht, wenn dies aus Hunger geschah. Wegen dieses Charakterzugs meiner Mutter lernten wir schon als Kinder, niemals etwas aufzuheben oder mitzunehmen, das uns nicht gehörte.“
- Seite 51
„In jenem Jahr stand ich oft früh auf und übte meine Vorlesungen vor einem Weizenfeld. Die Stängel waren meine Prüfungskandidaten. Wann immer ich Zeit hatte, machte ich mich daran, mich um einen Arbeitsplatz zu bewerben. Der Winter in Urumqi war sehr kalt – so kalt, dass meine Gesichtsmuskeln fast erfroren, wenn ich ausging. Ich war immer noch sehr arm und trug nur dünne Kleidung. Wenn ich dann also an dem Bürogebäude ankam, in dem ich zu tun hatte, ging ich immer zuerst zu den Toiletten, denn die waren beheizt. Ich pflegte so lange dort zu bleiben, bis meine Gesichtsmuskeln wieder entspannt waren, sodass ich in der Lage war, ungehindert zu sprechen. Erst dann ging ich zum Vorstellungsgespräch.“
- Seite 31


GAOs Weg zum Rechtsanwalt:

„Als ich damals – im Jahre 1991 – Gemüse verkaufte, standen noch keine Plastiktüten zur Verfügung und deshalb benutzten viele Verkäufer Zeitungspapier, um es darin einzuwickeln. Ich erinnere
mich noch gut an den Tag, als ich jemandem Gemüse verkaufte und er ein halbes Zeitungsblatt nahm, um es darin einzuwickeln. Die andere Hälfte fiel auf den Boden. Ich hob sie auf und sah, dass es die „Legal Daily News“ war. Die Zeitung berichtete, dass China in den nächsten zehn Jahren 150.000 Rechtsanwälte benötigte und dass der beste Weg, die Qualifikation zum Rechtsanwalt zu erhalten, ein Berufsabschluss in Recht durch Selbststudium sei. Nachdem ich den Bericht gelesen hatte, war ich begierig darauf, es zu versuchen. Ich sagte mir, dass ich im schlimmsten Falle – falls ich nur ein Fach pro Jahr schaffen sollte – vierzehn Jahre brauchen würde, um alle Prüfungen zu bestehen.
– Seite 26


Über das Rechtssystem in China:

„Unser Land operiert ohne irgendwelche Regelungen oder, anders ausgedrückt, Regelungen werden routinemäßig missachtet oder missbraucht. Die Rechte und Interessen des Volkes werden unaufhörlich verletzt. Regierungsbeamte sind gierig und schamlos, das Personal, das für die Durchsetzung des Gesetzes zuständig ist, bricht das Gesetz, ein unabhängiges Justizsystem gibt es nicht und die Gesellschaft als Ganzes ist unehrlich und unmoralisch. Da ich in den letzten sieben Jahren als Rechtsanwalt gearbeitet habe, kann ich sagen, dass wir jeden Tag in dieser Atmosphäre versinken. Die Rechtsstaatlichkeit ist ein Ziel, aber dieses Ziel verlangt ein konkretes System und Verfahren vor Ort, wenn es realisiert werden soll. Es verlangt auch ein ehrliches Interesse daran, diese Rechtsstaatlichkeit zu verfolgen. Nach außen hin sieht unsere Gesellschaft einigermaßen zivilisiert aus. In der Substanz jedoch hat das regierende Regime seine verbrecherischen Methoden nie fallen lassen.“
- Seite 64


Über die Olympische Spiele

Ich achte den Olympischen Geist sehr hoch, habe aber dennoch nicht vor, Herrn Rogge zu tadeln, weil er seine Pflicht vernachlässigt, die ethischen Werte der Olympischen Spiele zu verteidigen.
Aber es ist notwendig, Herrn Rogge daran zu erinnern, dass das chinesische kommunistische Regime die Bewerbung der Olympischen Spiele bis zur Veranstaltung der Spiele als eine der wichtigsten politischen Aufgaben festgestellt hat. Alles, was den Olympischen Spielen dient, muss auf politischer Ebene gewährleistet werden.
– Seite 222
„Unter dem Motto, den Erfolg der Olympischen Spiele zu sichern, sind alle Arten von Übeln aufgetreten, einschließlich Zwangsräumungen, illegaler Festnahmen, Verfolgung
von Petitionssuchenden und Unterdrückung religiöser Menschen.
Für die chinesische Bevölkerung ist es sonnenklar, dass das kommunistische Regime mit der erfolgreichen Ausrichtung der Olympischen Spiele zwei Ziele zu erreichen versucht. Als Erstes versucht es, der chinesischen Bevölkerung zu beweisen, dass die Welt die Partei immer noch als legale Regierung anerkennt – trotz der Tyrannei und all der fürchterlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die die Partei während der letzten Jahrzehnte auf Kosten von mindestens 80 Millionen chinesischen Leben begangen hat. Als Zweites will sie der Welt beweisen, dass die Partei immer noch Macht über China hat und die volle Unterstützung der Bevölkerung genießt.“
- Seite 223
„Sie alle werden wohl, wie auch ich, glauben, dass der Anspruch dieses üblen totalitären Systems, die Olympischen Spiele auszurichten, ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Olympischen Spiele sein wird und eine Schande für die gesamte Menschheit darstellt.
(...)
Der Grund, weswegen die KPCh ihre Macht aufrecht erhalten kann, ist der absichtliche, gewalttätige Angriff auf unser Bewusstsein und die Betäubung unseres Gewissens mit Lügen. Täglich unterminiert man unsere Moral, bis manche Leute aus lauter Hilflosigkeit anfangen, von der KPCh abhängig zu werden und zu passiver Unterstützung übergehen.
Darüber hinaus ist durch die Partei der moralische Mindeststandard vieler Menschen derart gesunken, dass diese Gruppe sogar die Gräueltaten der KPCh verteidigt und rechtfertigt. So erscheint dem Regime der Machterhalt gesichert. Heute weitet die KPCh ihre Strategie der moralischen Verderbtheit auf die ganze Welt aus. Sollten die Olympischen Spiele tatsächlich von der KPCh ausgerichtet werden, so würde dies den Erfolg ihrer Strategie bedeuten.“
- Seite 252
Wenn aufgrund dieser Olympischen Spiele ein unschuldiger Chinese seine Freiheit verliert, nur um den Erfolg der Spiele zu sichern, dann haben diese Spiele keine moralische Basis. Wenn das der Fall ist, gibt es auch keine Basis, um den Erfolg der Spiele zur Schau zu stellen. Das Verbot öffentlicher Diskussionen, die Nachrichtensperre, die Internetblockade und die Überwachung und Verfolgung derjenigen, die es wagen ihre Meinung zu sagen – all dies geschieht im Namen der Erfolgsabsicherung der Olympischen Spiele. Wenn die Olympischen Spiele näher rücken, – so hat die Erfahrung uns gelehrt – werden sie alles daransetzen, um ihr Streben nach absoluter Sicherheit der Spiele zum Erfolg zu führen. Der Preis, den wir dafür zahlen müssen, ist, alles zu opfern, was einer zivilisierten Gesellschaft teuer ist, einschließlich der Menschlichkeit, der Würde und des Olympischen Geistes. Darum ist die chinesische Olympiade eine große Ironie. Nun sind viele Leute der Meinung, dass die Dinge ohnehin schon soweit gediehen sind, dass man die Spiele halt stattfinden lassen sollte. Aber ist es das, was wir brauchen? Brauchen wir wirklich solche Olympischen Spiele angesichts der vielen Opfer persönlicher Freiheit, Würde, Humanität und Menschenleben?“
- Seite 361
„Falls Sie, ob Sie nun Chinese oder Ausländer sind, darauf bestehen, alles zu ignorieren, was in China geschieht, um die Olympischen Spiele voranzutreiben, werden Sie selbst zu Komplizen dieser Verbrechen, wie zum Beispiel eines solchen, in dem Menschen im Namen der Sicherheit verhaftet werden.Als Chinesen wünschen wir uns tief in unseren Herzen, dass die Olympischen Spiele in einem freien und friedlichen China abgehalten werden würden. Für die meisten Chinesen jedoch sind die kommenden Spiele von 2008 in China zu einer Zielscheibe der Animosität geworden.“
- Seite 362


Offener Brief an den Senat und das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten

Sehr geehrte Damen und Herren, Dr. Martin Luther King sagte:
„Unrecht irgendwo ist eine Bedrohung des Rechtes überall.“

In der Logik der KPCh ist dies umgekehrt. Für sie ist „Recht irgendwo eine Bedrohung des Unrechtes überall“. Selbst wenn das Recht dem Bösen gegenüber nicht feindlich gesinnt ist, wird das Böse das Recht als seinen Feind angreifen, weil allein schon die Existenz des Rechtes den Pfad von Übeltätern blockiert.


Über die Gesellschaft Chinas

„Aber wie Herr YUAN in seinem Artikel darlegte, wurzelt meine Einsamkeit in der Tatsache, dass ich die Entscheidung getroffen habe, meinen eigenen Prinzipien zu folgen und meinen eigenen Weg zu gehen. Das führt zwischenzeitlich zu schmerzvoller Existenz, sogar zur Hoffnungslosigkeit. Es geht weit über Einsamkeit hinaus.
Wenn ich manchmal mit Freunden über diesen Schmerz sprach, sagten sie mir, ich müsse mich davon lösen, indem ich mich darüber erhöbe. Einige haben gesagt, dass man apathisch werden müsse. Solange die chinesische Gesellschaft so ist, wie sie jetzt ist, sei dies der einzige Weg, sich darüber zu erheben. Wenn man nicht apathisch wird, sagten sie, dann wird man in seiner Einsamkeit brüten. Und mehr noch, Apathie kann irgendwie Sicherheit bewirken. Es scheint, dass Apathie bis hin zur Herzlosigkeit jemanden in die Lage versetzt, ununterbrochen vom korrupten System zu profitieren. Der Schmerz der Einsamkeit überkommt mich, sobald ich über die Dinge nachdenke, die in unserer Gesellschaft geschehen.“
- Seite 77


Über die Kommunistische Partei Chinas

„Die Kommunistische Partei Chinas ist eine Verbrechergruppe, die unter dem Schutz der Staatsgewalt handelt. Es ist absolut notwendig, ihre kriminelle Natur zu erkennen, damit wir zu Schlussfolgerungen kommen und die Entscheidungen treffen können, die der objektiven Realität und Vernunft entsprechen. Ich weiß genau, dass aufgrund ihrer Profitgier nur wenige Leute diese Beobachtung bestätigen würden und viele geben nur vor, es nicht zu glauben.
Für jede legale Regierung sollte es eine selbstverständliche Pflicht und grundlegender moralischer Maßstab sein, die Verfassung zu befolgen und zu schützen. Darüber herrscht allgemeine Übereinstimmung. Aber in China geschieht genau das Gegenteil. Die Partei wirft die Verfassung öffentlich über Bord und das Regime verletzt sie wieder und wieder. Die verfassungsmäßig garantierten Rechte stellen für die Bevölkerung andauernd eine Falle dar. Die einzige Bestimmung in der Verfassung, die das kommunistische Regime genau beachtet, ist die, dass laut der Verfassung die kommunistische Partei für immer die Führungsrolle in China einnimmt.“
- Seite 226
„Der wichtigste Grund für den Konflikt in der chinesischen Gesellschaft ist die Präsenz der Partei selber. Die Partei ist die Wurzel aller Konflikte der chinesischen Gesellschaft und sie ist die treibende Kraft hinter diesen Konflikten. Alle gegenwärtigen Konflikte können nur gelöst werden, wenn man die Partei loswird.“
- Seite 323
„Der größte Schaden, der durch die lange Herrschaft der Partei für China entstanden ist, ist der Verfall der Moral und der Verlust der Menschlichkeit. Wenn es zu dem Prozess kommt, der notwendig ist, um Chinas nationalen Geist und seine Moral wiederzubeleben, ist die Frage, wie genau diese Tyrannei beendet wird, nur noch eine technische Frage. Wenn aber diese Tyrannei zu Ende ist, wird China nicht sofort mit einem Sprung auf das Niveau der Moral kommen, das zu einer zivilisierten Nation gehört. So wird es nicht gehen. Der Schaden, den die Partei dem Volke bezüglich seiner Moral, Menschlichkeit und Spiritualität zugefügt hat, wird unser Volk noch über mehrere Generationen beschäftigen. Darum ist es das ernsteste, bedrohlichste und schmerzlichste Problem.“
- Seite 324


GAO über Falun Gong

„Falun Gong-Fälle sind etwas, das ich vor einigen Jahren noch nicht angerührt habe, und zwar aus einem fundamentalem Grund: Jeder Anwalt weiß, dass die betroffene Regierungsbehörde es ihm nicht erlaubt, in diese Fälle involviert zu werden. Es ist nicht notwendig herauszufinden, ob irgendjemand irgendein Dokument gesehen hat, das diesen Erlass enthält. Man sollte sich auch nicht fragen, ob Absicht und feste Entschlossenheit, die Anwälte daran zu hindern, solche Fälle zu übernehmen, existieren – zweifelsohne tun sie das. Fragen Sie irgendeinen Anwalt und er wird Ihnen erzählen, dass dieses Verbot definitiv auf den Plan trat, als Falun Gong 1999 verboten wurde. Und doch hat kein Anwalt es jemals schriftlich gesehen. Der Vorteil, einen nicht greifbaren Erlass zu besitzen, besteht darin, dass die Behörden, während sie die Anwälte unter Zwang setzen, zu jeder Zeit öffentlich erklären können, dass die „Gerüchte“ über diesen Erlass „gefälscht“ sind. Diejenigen, die etwas anderes sagen, verüben „bösartige Attacken“ gegen Partei und Regierung.“
- Seite 69
„In dieser Kampagne, die vor sechs Jahren begann und noch immer andauert und von örtlichen Regierungsbehörden durchgeführt wird, sind nicht nur die vielen Millionen der Falun Gong-Gläubigen und ihre Familien der Verfolgung und der geistigen Tortur ausgesetzt. Alle Menschen in China und auch alle Menschen der Welt sind Opfer. Sie sind Opfer, indem sie von der Lügenpropaganda getäuscht, belogen und betrogen werden. Sie ist für die Durchsetzung der Verfolgung notwendig. Die ganze Wahrheit wird in der nahen Zukunft bekannt werden. Und während des Prozesses der Wahrheitsfindung werden Regierungen und die Menschen in der ganzen Welt merken, wie ihre Moral, ihr geistiges Wohlbefinden, die Finanzwirtschaft und vieles mehr riesige Verluste erlitten haben. Wir haben die Pflicht, die Welt die Wahrheit wissen zu lassen.“
- Seite 130
„Während meiner Zeit mit der Falun Gong-Gruppe entdeckte ich noch eine andere erfreuliche Tatsache. Obwohl die Gesellschaft als Ganzes einen Verfall erlebt bezüglich des Charakters, des Gewissens, der Moral, der Menschlichkeit und der Verantwortlichkeit des Volkes, geschieht genau das Gegenteil bei diesen Menschen – ihr Geist und ihre Moral haben sich von Grund auf, auf eine neue und positive Art, geändert. Sie sind eine so eindrucksvolle neue Menschengruppe, als ob sie mit ihrem völlig neuen transzendenten Denken und Fühlen aus der alten Nation Chinas herauswachsen und weiter emporsteigen. Man kann spüren, wie die Kraft des Glaubens ihre Seelen verändert. Das hat mir in der Tat die Hoffnung gegeben, dass unsere Nation aus ihrem gegenwärtigen entarteten Zustand gerettet werden kann. Diese Praktizierenden kümmern sich wenig um ihren Namen oder um materielle Dinge. Ruhig und beständig helfen sie anderen Praktizierenden, deren Leben in Gefahr ist. Ihre geduldige Ausdauer, den Kindern oder älteren Familienmitgliedern von inhaftierten oder verstorbenen Falun Gong-Praktizierenden zu helfen, liegt außerhalb jeder Vorstellungskraft.“
- Seite 216


Aussage von Folteropfern
„Während ich im Gefängnis war, wendeten die Wachen unglaublich unmenschliche Folterungsmethoden an. Ich wurde dreiundvierzig Tage lang mit Handschellen gefesselt. Während meine Hände hinter dem Rücken gefesselt waren, wurde ich über eine Metalltür gehängt und geschlagen. Einmal durfte ich an sechsundzwanzig aufeinander folgenden Tagen nicht schlafen. Sobald mir die Augen zufielen, wurde ich durch Schläge geweckt. Ich fiel mehrere Male in Ohnmacht und sie zwangen mich ununterbrochen zu stehen, sodass ich mich nicht ausruhen konnte. Sie haben mich jedes Mal derartig geschlagen, dass sie selbst nach Luft rangen.“
- Seite 167
„Der Anstaltsdirektor fing an, mit seinem Fuß in meine Genitalien zu treten. Während er dieses tat, blieb sein Gesicht vollkommen ausdruckslos. Er hob auch meinen Kopf mit seinem Fuß hoch und ließ ihn dann auf den Boden fallen. Das wiederholte er wieder und wieder. Erst als sie mich genug gefoltert hatten, brachten sie mich in eine Gefängniszelle. Ich spürte, dass nicht ein Jota Menschlichkeit in ihnen war.“
- Seite 169
„Danach setzten sie die Elektroden an meinen Augen an. Es war ein Gefühl, als ob die Augen aus den Augenhöhlen herausspringen wollten und ich konnte nichts mehr sehen. Aber ich weigerte mich immer noch zu sprechen und sie machten weiter und schoben mir die Elektroden zwischen die Rippen. Der Schmerz war unerträglich. Der Elektroschocker bewegte sich auf meinen Brustkorb zu und sie fragten mich, mit welchen Falun Gong-Anhängern ich noch Kontakt hätte. Ich konnte vor Schmerzen nicht sprechen und die vertrauten Gesichter der Praktizierenden blitzten vor meinen Augen auf. Ich hatte nur den einen Gedanken: ‚Egal was kommt. Ich werde keinen verraten; denn sobald ich das tue, wird diese Person verhaftet und gefoltert.' Der Polizist steckte den Schocker in meinen Mund und er verbrannte und schwoll an. Auf den Lippen bildeten sich Blasen. Während sie mich den Elektroschocks aussetzten, sagten sie: ‚Wenn du nicht redest, werden wir deinen Mund gewaltsam öffnen.' Sie steckten mir den Schocker wieder in den Mund.“
- Seite 194



Aus GAOs Austrittserklärung aus der KPCh

„Professor JIAO sagte: „Ich fühle mich, als ob ich mit Geistern arbeite, weil jeder dieser Menschen schon einen mehrfachen Tod erlitten hat.“ Worauf ich antwortete: „Wir haben es mit einer Gruppe von Heiligen zu tun. Ihr unbezähmbarer Geist, ihr edler Charakter und ihre großzügige Seele, die ihnen ermöglichen, denen zu verzeihen, die ihnen Gewalt angetan haben, sagen uns, dass es noch Hoffnung für China gibt. Das sind die Gründe, warum wir standhaft weitermachen müssen!“
In diesen vergangenen zwei Wochen habe ich von unbeschreiblicher Gewalt erfahren, die diesen freundlichen Menschen angetan wurde. Betrachten wir nur einmal, wie Polizei und Parteikader Frau WANG Yuhuan, eine friedliche alte Frau, behandelt haben! Sechs Jahre lang haben sie ihren Körper und Geist mit solch furchtbaren Mitteln vergewaltigt, dass mir das Blut kocht.
Zwanzig Polizisten wechselten sich ab, als sie sie vierundzwanzig Stunden lang folterten, bis sie selbst erschöpft waren und nur noch verzweifelte Wut zeigen konnten. Das gesamt Arsenal an Folterinstrumenten wurde eingesetzt um Frau WANG, eine ältere Frau, dreimal in siebzehn Tagen zu foltern. Einmal wurde sie drei Tage und Nächte lang auf die Tigerbank gebunden.
Nachdem zwei Wochen vorüber waren und ich von diesen Erlebnissen gehört hatte, fing ich an, alle Hoffnung zu verlieren, die ich jemals in die Partei gesetzt hatte. Diese Partei hat die schrecklichsten, unmoralischsten und höchst gesetzeswidrigen Mittel eingesetzt, um unsere Mütter zu foltern, unsere Kinder zu foltern und um unsere Brüder und Schwestern zu foltern. Die Partei hat der Folterung einen politischen Rang verliehen und zu einem festen Bestandteil der Arbeit gemacht, die die Parteimitglieder ausführen. Die Partei versucht unaufhörlich, durch Folterungen zu erreichen, dass die Menschen ihr Gewissen, ihre Freundlichkeit und menschliche Würde aufgeben.“ - Seite 320