Über den Autor

GAO Zhisheng stieg aus völliger Armut zu einem der meist gefeierten Juristen Chinas auf und wurde zum führenden Anwalt der Unterdrückten.

1999 machte GAO Schlagzeilen, als er den größten Prozess um medizinische Kunstfehler in der Geschichte Chinas gewann. 2001 kürte ihn das chinesische Justizministerium zu einem der zehn besten Anwälte der Nation. GAO, ein praktizierender Christ, ist seitdem bekannt für sein beharrliches Streben nach Gerechtigkeit für die Schwächsten der chinesischen Gesellschaft – von den ausgebeuteten Arbeitern in den Kohlenbergwerken bis zu den Befürwortern der Demokratie, von den Ärmsten der Armen bis zu den Opfern religiöser Verfolgung.

Im Jahr 2005 schrieb GAO eine Reihe von offenen Briefen an die chinesische Regierung über die Einzelheiten seiner Untersuchung über Folter an den Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft Falun Gong. GAOs Pekinger Kanzlei wurde kurz darauf geschlossen. Er und seine Familie wurden unter Überwachung gestellt. Auf ihn wurde ein Anschlag verübt.

Im August 2006 wurde GAO von der Polizei abgeholt, drei Monate lang in Polizeihaft gehalten und von der Außenwelt abgeschnitten. Er wurde auf einem Metallstuhl gefesselt und von grellem Licht 590 Stunden lang geblendet.

Im Dezember 2006 fand für GAO ein Gerichtsverfahren statt, ohne dass es seiner Familie oder seinem Anwalt gemeldet wurde. Er wurde von Pflichtverteidigern verteidigt und wegen „Aufhetzung zur Subversion der Staatsmacht“ verurteilt. Dank der internationalen Aufmerksamkeit wurde seine dreijährige Haftstrafe für fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Im Juli 2007 gab er sein letztes bekanntes Interview mit der Menschenrechtsorganisation CIPFG, in welchem er seine Haftbedingungen und Folter beschrieb. Am 12. September 2007 schrieb er einen offenen Brief an den Kongress der Vereinigten Staaten, der detailliert die schweren Verbrechen des chinesischen kommunistischen Regimes aufführt. Zehn Tage später wurde GAO verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht.
Die Misshandlung GAOs durch das chinesische Regime war Gegenstand von Resolutionen des Kongresses der Vereinigten Staaten und des Europäischen Parlaments. Sein Fall ging durch zahlreiche prominente Medien. Neben verschiedenen Auszeichnungen für Verdienste um die Menschenrechte wurde ihm 2007 in Wien der Bruno-Kreisky-Preis verliehen. Er wurde für den Friedensnobelpreis nominiert.

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